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Evangelische Pfarrgemeinde Feffernitz



Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.


Lukas 11, 28





Die nächsten Termine

 

4 Okt.
Gottesdienst am Abend
Datum 04.10.2026 19:00 - 20:00
11 Okt.
Gottesdienst mit hl. Abendmahl
11.10.2026 09:00 - 10:00
11 Okt.
Gottesdienst zum Erntedank in Töplitsch
11.10.2026 10:30 - 11:30
18 Okt.
Abendgottesdienst - "Posaunenchor"
18.10.2026 19:00 - 20:00
25 Okt.
Gottesdienst
25.10.2026 09:00 - 10:00
1 Nov.
Gottesdienst am Abend
01.11.2026 18:00 - 19:00
8 Nov.
Gottesdienst mit hl. Abendmahl
08.11.2026 09:00 - 10:00
15 Nov.
Abendgottesdienst mit dem Gospelchor „See-Dur“
15.11.2026 18:00 - 19:00
22 Nov.
Ewigkeitssonntag: Andacht auf dem Friedhof und anschl. Gottesdienst - Keks- und Adventkränzeverkauf
22.11.2026 09:00 - 10:00
22 Nov.
Ewigkeitssonntag: Grabsegnung in Feistritz/Drau
22.11.2026 14:00


 

Liebe Leser und Leserinnen!

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pfugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Jesaja 2, 4 (E)

Der Sommer klingt aus, Österreich erwacht aus der langen Ferienzeit.
Eine Zeit lang ganz woanders sein und mit Freunden oder Familie Zeit haben – das ist der Sinn der Ferien. Ich hoffe, Sie alle haben davon etwas erlebt. Wir waren in diesem Jahr ganz im Norden von Schottland, den Orkneys und den äußeren Hebriden. Das war eine unvergessliche Reise.
Auf dem Bild ist einer der vielen Steinkreise abgebildet, die es gibt. Als die Steine 1857 ausgegraben wurden, waren sie 1,5 m mit Torf bedeckt.
Die Steinsetzungen wurden während der Jungsteinzeit zwischen 2900 und 2600 v. Chr. angelegt. In der Bronzezeit wurden die Anlagen geplündert bzw. aufgegeben. Der Sinn und Zweck dieser Kultstätten ist unklar. Viel wird darüber spekuliert. Die wahrscheinlichste Theorie bezieht sich auf den Mond: Alle 18,6 Jahre steht der Mond so über den die Formationen umgebenden Hügeln, dass es aussieht, als würde er bei seinem Lauf ihrer Silhouette folgen. Das Schauspiel erweckt den Eindruck, der Mond besuche die Erde und würde mit ihr tanzen. Viele Menschen pilgern zu diesen Steinen, sind fasziniert und zum Teil spirituell berührt. Man findet auf den Inseln auch Reste von steinernen Rundtürme. Genial gebaute Wohnhäuser, die irgendwann verlassen wurden und zum Teil, aber nicht ganz, verfielen. Zeugnisse von Jahrtausende zurückliegendem Leben.
In mir wuchs die Frage: Was ist von uns übrig in 5000 Jahren, wenn wir jetzt unsere Dörfer und Städte verlassen würden? Was wird gefunden bei Ausgrabungen, die auf unser Leben hinweisen? Die Berge im Drautal und den Stockenboier Graben wird es sicher noch geben. Aber die Gletscher? Woran wird man ablesen können, wie wir gelebt haben? Auf jeden Fall: Reste der alten Kirchen aus Stein gebaut. Die Friedhöfe wird man finden. Einen Stein nach dem anderen ausgraben. Vielleicht wird man die Inschriften entziffern. „Was bedeutet wohl das Kreuz?“ wird man sich fragen. Wird man die Hundskirche noch als Kirche deuten können? Wird man herausfinden, wo das Wirtshaus, das Pfarrhaus und der Fußballplatz waren?
Aber was ist mit den vielen Geräten aus unseren Haushalten: Die Handys, die Fernseher, diese runde Tonne, die sich wohl mal gedreht haben mag. Und was sind das für Türme fast in jedem Land? Doppelwandig. Irgendwie bedrohlich. Vielleicht denken diese Menschen in 5000 Jahren: „Was war das für eine seltsame Welt?“ Ich glaube, man wird Schönes finden, Bestaunenswertes und Kostbares. Aber man wird auch finden, womit wir unser schönes Leben gefährdet, vielleicht sogar zerstört haben. „Deshalb“ wird man deuten „sind ihre Häuser wohl verlassen und verfallen“.
Ich frage mich „Was hält ewig?“ Ist es das Wort unseres Gottes, wie es im 1. Petrusbrief heißt: Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit« oder im Matthäusevangelium Kap. 24: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
Ja, die Bibel kündigt das Ende an. Das mag alles sein. Aber bevor das Gras verdorrt oder die Erde vergeht: Sorgen wir dafür, dass Menschen 5000 Jahre nach uns nicht nur Tod und kaputte Überreste finden, sondern auch erkennen können, dass wir gelebt, geliebt und geglaubt haben. Vielleicht sollten wir Gedichte, Gebote und Lieder in Stein meißeln, damit nicht nur Grabsteine, sondern auch Lebenssteine gefunden werden.

Ihre Pfarrerin
Jessica Warnke-Stockmann

 
 
 
 
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