Pfarrausflug in den Vinschgau, 14. – 17. Juli 2016

Unter dem Motto "Äpfel, Waal und Firn" begaben sich 31 Reiselustige von 14. – 17. Juli auf einen mehrtägigen Pfarrausflug in den Vinschgau. Das Wetter ließ zumindest in Kärnten nichts allzu Gutes erwarten, aber Südtirol hat uns diesbezüglich wieder einmal positiv überrascht (Haube und Handschuhe waren jedoch ebenso angesagt wie kurze Hosen…) – zudem waren wir bei unserem legendären Buschauffeur Anton in den besten Händen.

Am Donnerstag fuhren wir nach einer (bereits traditionellen) Pause in Lienz durch das Puster- und Eisacktal bis Bozen, wo wir uns dank Navi wacker durch das Straßengewirr im Zentrum kämpften und schließlich unser erstes Ziel erreichten: die imposante Burg Runkelstein auf einem Felsen über der Talfer am Eingang des Sarntals. Die berühmten profanen mittelalterlichen Freskenzyklen wurden uns im Rahmen einer kurzweiligen Führung nähergebracht. Nach unserem Mittagessen in der Altstadt spazierten wir durch Obstmarkt, Lauben und Waltherplatz zum Archäologischen Museum, wo wir der legendären Gletschermumie Ötzi unsere Aufwartung machten. Sodann ging es durch das Etschtal an zahllosen Weinbergen und Apfelplantagen vorbei über Meran in den Vinschgau, wo wir im Hotel Lamm zu Naturns unser Quartier aufschlugen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des oberen Vinschgaus: Zunächst fuhren wir über Schluderns (Churburg) bis hinauf zum Reschenpass, wo uns am Reschensee eine steife Brise umfing; der Neuschnee auf den Bergen ringsum zeigte uns, dass wir wirklich Wetterglück hatten und so konnten wir ausgiebig den im Stausee stehenden Kirchturm der ehemaligen Ortschaft Graun bestaunen. Das "Atlantis der Berge" (© Kastelruther Spatzen) hat freilich traurige Hintergründe: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier ganze Ortschaften dem Stausee geopfert… Über Marienberg und Mals ging es sodann zurück nach Sulden am Fuße des Ortlers. Per Seilbahn erreichten wir rasch das Schaubachhaus in über 2500m Höhe, wo wir zu Mittag aßen, visavis des alpinen Dreigestirns Königsspitze – Zebru – Ortler. Leider machte der Nebel uns teils einen Strich durch die Rechnung, aber die Hängegletscher hinterließen dennoch einen nachhaltigen Eindruck und erinnerten ein wenig an den Himalaya! Nachmittags statteten wir Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols, einen Besuch ab – in einem Torturm der intakten Stadtmauern besuchten wir ein kleines, aber feines Paul Flora – Museum. Als letzten Höhepunkt des Tages führte uns Herr Waldner durch den Marmorort Laas und fesselte uns mit seiner Begeisterung für dieses ‚Weiße Gold‘; auch eine Andacht in der ehemaligen romanischen Markuskirche durfte nicht fehlen.

Am Samstag besichtigten wir das eindrucksvolle Prokulus-Kirchlein (in Naturns selbst) mit seinen Fresken, sodann erreichten wir nach kurzer Fahrt Algund bei Meran, wo wir – in reizvollem Gegensatz zur frühromanischen Kapelle zuvor – Gottesdienst in der Taufkapelle der modernen Kirche St. Josef feierten. Vor allem die leuchtenden Glasfenster beeindruckten uns. Den Rest des Tages verbrachten wir im malerischen ruhigen Partschins: Die Straße zum Partschinser Wasserfall war zwar wegen Erdrutsches gesperrt, dafür nahmen die Wanderfreudigen einen Teil des idyllischen Partschinser Waalweges in Angriff; diese Bewässerungskanäle sind ein absolutes Charakteristikum des Vinschgaus! Nach dem Mittagessen erlebten wir eine Privatführung im hiesigen Schreibmaschinenmuseum – der Erfinder Peter Mitterhofer ist ein Sohn des Dorfes. Sodann besuchten wir Baron Kripp auf seinem benachbarten Weingut Stachlburg; eine Weinverkostung mit ihm vor Ort können wir nur wärmstens empfehlen!

Am Sonntag schließlich wartete ein Stück vom Paradies auf uns: die Gärten von Schloss Trauttmansdorff oberhalb von Meran, eine absolute Topsehenswürdigkeit! Die Führung mit Gärtner Othmar wird uns in bester Erinnerung bleiben. Nach einem üppigen Mittagessen in einem Biergarten in Lana machten noch einige Wackere einen Verdauungsspaziergang zum Kirchlein St. Hippolyt, aufgrund seiner Aussicht auch ‚Königsloge des Burggrafenamtes‘ genannt; ein würdiger Abschluss, bei dem sogar Kärntner Lieder erklangen… Dass ein Stau unseren Besuch in der Schaukäserei Toblach verhinderte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch und voller schöner Eindrücke kehrten wir am Abend nach Feffernitz zurück.

So können wir zusammenfassend nur DANKE sagen: allen TeilnehmerInnen für das herzliche Miteinander, unserem umsichtigen Buschauffeur Anton, dem Team von Bacher-Reisen (wie immer klappte alles wie am Schnürchen) und Frau Pfarrerin für die Andacht und den Gottesdienst. Und wer weiß: Vielleicht sind Sie ja nächstes Jahr (wieder) mit dabei, wenn wir Richtung BODENSEE starten wollen!

Außerdem laden wir alle InteressiertInnen (Termin im Lauf des Herbsts) zu einem Fotoabend in den Pfarrsaal herzlich ein.

 

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